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Core JavaScript – Typen und Werte

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Einleitung

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Eine Skriptsprache wird dazu verwendet, um ein bereits bestehendes System zu verändern, anzupassen oder um wiederkehrende Abläufe zu automatisieren. In einem solchen System existieren bereits Funktionalitäten. In der Regel lassen sich diese entweder über ein User Interface oder über Befehle aufrufen. Wenn das System seine Funktionen über eine programmierbare Schnittstelle anbietet, dann ist es scriptbar. Ein gutes Beispiel für ein Script ist ein Shell-Script, das einem lästige Wartungsaufgaben abnimmt.

Bei JavaScript steckt der Charakter der Scriptsprache bereits im Namen. Allerdings wurde JavaScript nicht entwickelt, um Java zu scripten; JavaScript wurde entwickelt, um eine HTML-Seite in einem Browser zu verändern.

Während der Browser Schnittstellen zum Dokumentenbaum und zum Netzwerkprotokoll bietet, beinhaltet die Sprache JavaScript selbst nur die Teile, die unabhängig vom Browser sind. JavaScript selbst ist also nicht abhängig vom Browser und kann auch außerhalb des Browser verwendet werden.

Egal, ob man in JavaScript im Browser, in einer nativen Applikation oder auf dem Server entwickeln möchte, man sollte die Kernkonzepte der Sprache verstehen. Die Kernkonzepte von JavaScript werden als Core JavaScript bezeichnet. Core JavaScript wird von allen JavaScript Laufzeit-Umgebungen implementiert. Auch Adobes Flash baut mit ActionScript auf Core JavaScript auf.

Obwohl JavaScript eine Scriptsprache ist, bietet sie viele Programmierparadigmen. Man kann JavaScript imperativ oder funktional, prototypisch oder objektorientiert programmieren.

Typen und Werte

JavaScript kommt mit wenigen Typen aus. Diese Typen lassen sich als Literale direkt im Programmcode verwenden.

Schwache Typsierung

JavaScript ist eine nur schwach typisierte Programmiersprache. Es kennt nur wenige Basistypen: Zahlen (number), boolesche Werte (boolean) und Zeichenfolgen (string). Neben diesen natürlichen Basistypen gibt es zwei besondere Werte: null und undefined.

Null ist ein Keyword, das einen null-Wert ausdrückt. Eine Variable hat dann den Wert null, wenn ihr noch kein (anderer) Wert zugewiesen wurde. Null selbst ist (in meinen Augen fälschlicherweise) ein Objekt.

Undefined ist ein Keyword, das zum Ausdruck bringt, dass z.B. eine Variable noch nicht defi-niert ist. Undefined selbst hat kein Typ. Der Typ von undefined selbst ist ebenfalls undefined.

Literale

Man kann in JavaScript direkt Werte dieser Basistypen verwenden, ohne sie vorher einer Variablen zugeweisen haben zu müssen. Diese Werte, die direkt verwendet werden können, nennt man Literale. Literale werden also zur Darstellung von Basistypen wie Zahlen oder Strings (Zeichenketten) verwendet.

Literale sind unveränderlich. Man kann den Wert eines Literals nicht verändern, da das Literal selbst der Wert ist.

Anders als in vielen anderen Programmiersprachen haben Literale, obwohl sie keine Objekte sind, einen Satz von Standardmethoden. Allerdings lassen sich Standardmethoden nicht direkt auf allen Literalen direkt anwenden, sondern erst auf Variablen eines Literals.

Literale kann man von Objekten dadurch unterscheiden, dass ihre Typ-Namen mit Kleinbuchstaben benannt werden. Objekte werden per Konvention durch einen führenden Großbuchstaben gekennzeichnet.

Typeof-Operator

Um zu erkennen, von welchem Typ ein Wert oder eine Variable ist, gibt es in JavaScript den Typeof-Operator:


typeof "Hallo Welt" // string
typeof 1234 //number
typeof true // boolean
typeof {"name": "Peter"} // object
typeof [1,2,3,] // object

Der Typeof-Operator lässt sich allerdings nicht verwenden, um festzustellen, von welchem Typ ein Objekt oder eine Funktion ist, denn bei diesen Typen liefert er folgerichtig stets „function“ oder „object“.

Typenlose Verwendung

Obwohl JavaScript Typen kennt, ist es keine statisch oder stark typisierte Sprache. Typen werden erst zur Laufzeit ermittelt und – wenn möglich – dynamisch angepasst. Es gibt also anders als in statisch tpyisierten Sprachen keinen Cast-Operator. JavaScript versucht Typen in ihrem Kontext implizit zu konvertieren. Daher kann man in JavaScript beispielsweise auch Zahlen mit Zeichenketten vergleichen:


123 == "123" // true

Oft geht diese dynamische Konvertierung gut und das Programm macht genau das, was der Programmierer beabsichtigt hat. Um sich nicht auf den Zufall verlassen zu müssen, ist für Programmierer, die aus dem statisch-typisierten Lager kommen, einiges Umdenken gefordert, um sich mit einer dynamisch typsierten Sprache anzufreunden

Dies ist eine autorisierte Leseprobe aus dem Buch Oliver Ochs – JavaScript für Enterprise-Entwickler: Professionell programmieren im Browser und auf dem Server – dpunkt.verlag GmbH 2012. Weitere Leseproben folgen in Kürze.

Autor: Oliver Ochs

Oliver Ochs ist bei der Management- und IT-Unternehmensberatung Holisticon AG in Hamburg tätig. Er beschäftigte sich in den letzten Jahren mit Content Management Systemen, Webframeworks und Portalen auf Java-Basis. In diesem Umfeld arbeitete er als Entwickler, Architekt und Projektleiter. Er hat darüber hinaus Erfahrungen in Schulungen und Coachings. In letzter Zeit setzte er einen seiner Schwerpunkte auch auf Web- Application-Security, Identity-Management und neue Seiten von JavaScript. Ein anderer persönlicher Schwerpunkt sind agile Methoden und Prozesse

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